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Tipps für Sauberkeit und Frische zu jeder Zeit

          - Mundspülungen


 
 
  • Was sind "Mundwässer"?
  • medizinische Wirksamkeit?
  • Was Mundwässer können, was nicht
  • Gibt es Nebenwirkungen?
  • Wird die Zahnbürste überflüssig?
Wasser oder Lösung
Atemerfrischende Mundwässer
Kariesverhütende Mundwässer
Zahnfleischpflegende Mundwässer
Medizinische Mundwässer
Nebenwirkungen
Gesundheitsgefahren

 

Mundspülung Den Traum, allein mit einer kurzen Mundspülung Karies und Parodontitis verhindern zu können, haben die Forscher bisher noch nicht erfüllen können. Aber immerhin haben sie eine ganze Reihe unterschiedlicher Mundwässer entwickelt, mit denen man seine Zahnhygiene unterstützen, mögliche Krankheitskeime unterdrücken oder einfach nur den Atem verbessern kann. Und weil in der Werbung nicht immer ganz deutlich wird, welches Mundwasser für welche Aufgabe sinnvoll ist und welches nicht, bieten wir hier einen kleinen Überblick über die wichtigsten Arten.
   
Wasser oder Lösung Zunächst einmal: Was landläufig "Mundwasser" heißt, ist zahnmedizinisch gesehen etwas Unterschiedliches. Es gibt sowohl kosmetische Mundwasser in konzentrierter Form (sie werden verdünnt angewandt) als auch sogenannte "Mundspüllösungen" (die bereits fertig "gemischt" sind) und nicht zuletzt medizinische Mundwässer, die einen vorbeugenden oder heilenden Wirkstoff enthalten. Mundwässer gibt es in rund 20 verschiedenen Mixturen. Ebenso vielfältig sind die Anwendungsempfehlungen: Das eine verspricht Hilfe bei Zahnfleischerkrankungen, das andere will bei der Kariesverhütung unterstützen, das dritte schlicht frischen Atem verschaffen. Ein Mundwasser muss nicht unbedingt halten, was es verspricht, denn da es unter die "Verordnung für kosmetische Mittel" fällt, können Zutaten und Farbstoffe beliebig zusammengemischt werden - solange das Produkt dem Menschen nicht schadet. Einen Positivnachweis der Wirkung müssen die Hersteller nicht erbringen. "Klinisch getestet" heißt nicht, dass es eine nachweisliche Wirkung gibt, sondern nur, dass das Produkt an einer Klinik getestet wurde. Allerdings gibt es Ausnahmen: Was sich "medizinisches Mundwasser" nennt, muss auch einen nachweislichen Effekt haben - aber dazu gleich mehr.
 
Kleine Übersicht Viele kosmetischen Mundwässer enthalten Alkohol. Der Alkoholgehalt kann bis zu 30% betragen! Alkohol dient zur Desinfektion und Konservierung des Mundwassers. Für Kinder gibt es alkoholfreie Mundwasser (auch z.B. für "trockene Alkoholiker" sinnvoll).
 

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Atemerfrischende Mundwässer In der Regel enthalten sie Essenzen von Pfefferminz und/oder Menthol. Kurzfristig können sie vorhandene Mundgerüche überdecken. Aber: Die Aromen verflüchtigen sich nach einiger Zeit, während im Hintergrund die Ursache von Mundgeruch, meist bakterielle Nahrungszersetzung, weiterläuft. Ist die Wirkung verflogen, ist der Mundgeruch wieder oder inzwischen sogar schlimmer da. Deshalb eignen sich atemerfrischende Mundwasser in keinerlei Weise zur wirklichen Mundhygiene, denn sie tragen nichts zur Reduzierung von Zahn- und Zungenbelägen bei. Ein frischer Duft im Mund kann also den Anwender, der das nicht beachtet, über den wirklichen Zustand rund um Zahn und Zahnfleisch täuschen und Sauberkeit suggerieren, die nicht vorhanden ist. Wer dies allerdings beachtet und seine Zähne und seine Zunge pflegt, kann mit einem atemerfrischenden Mundwasser zwischendurch nichts falsch machen.
 

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Kariesverhütende Mundwässer ! Alles, was kariesfördernde Bakterien aus dem Mund entfernt, kann sich "kariesreduzierende Maßnahme" nennen - theoretisch ist also auch das Ausspülen des Mundes nach dem Essen mit Leitungswasser bereits eine "kariesreduzierende Mundspülung". Die Wissenschaftler - nicht zuletzt in der Industrie - haben daher nach Wegen gesucht, wie man den Effekt des Leitungswassers noch verstärken oder ihm eine zusätzliche Wirkung mitgeben kann. Entstanden sind vor allem zwei Arten solcher Mundspülungen, manchmal gepaart in einem Produkt:
  1. Mundwässer, die den Zahnbelag auflockern sollen, damit er leichter entfernt werden kann.
  2. Mundwässer mit kariesreduzierenden Zusatzstoffen, allen voran die Fluoride .

In solchen Produkten sind spezielle Fluoride enthalten, z.B. eine Kombination von Zinnfluorid und Aminfluorid. Diese Wirkstoffe lockern sogar nachweislich die Zahnbeläge und hemmen die Neubildung. Mundwässer, die unter Hinweis auf den Inhaltsstoff Fluorid (in welcher Fluorid-Wirkstoffkombination auch immer) kariesvorbeugend sein sollen, müssen mindestens 0,025% Fluorid enthalten, um eine Wirkung erreichen zu können. Sie sind auch sinnvoll:

  • bei freiliegenden Zahnhälsen
  • bei älteren und behinderten Patienten, die nicht regelmäßig sorgfältige Mundhygiene durchführen können oder durch Pfleger erhalten
  • für Patienten nach einer Parodontitis-Behandlung
  • für Träger von Brackets (festsitzenden kieferorthopädischen Geräten).

Tipp für Sauer-Fans:
Wer Äpfel, saure Drops, Früchte und Säfte liebt, sollte sich nach dem Genuss nicht sofort die Zähne putzen: Die Säure hat den Schmelz vorübergehend angeätzt, mit der Zahnbürste können kleinste Partikel herausgebürstet werden. Besser: Mundspülung mit fluoridhaltigem Mundwasser

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Zahnfleischpflegende Mundwässer Die Inhaltsstoffe in den Mundwässern zur Zahnfleischpflege können Entzündungssymptome lindern, aber die Entzündung selbst nicht zum Abheilen bringen. Also Vorsicht: Solche Mundspülungen können in falscher Sicherheit wiegen, weil sie die tatsächlichen Mundgesundheitsprobleme übertünchen! Auch wenn das Zahnfleisch "nur manchmal ein bisschen blutet", sind Mundwässer keine Lösung: Gerade die Tatsache, dass es manchmal blutet, ist ein Warnhinweis auf Bakterien. Gereiztes Zahnfleisch bekommt man nur dann in den Griff, wenn man ganz besonders sorgfältig und öfter als sonst seine Zähne und Zahnfleischränder reinigt (bzw. sich von einer Prophylaxeassistentin in der Zahnarztpraxis helfen lässt). Auf keinen Fall bei anhaltenden Zahnfleischproblemen den Gang zum Zahnarzt unterlassen! Parodontitis muss zahnärztlich behandelt werden, in der Zahnarztpraxis erfährt man auch, wie man seine "Zähne rundum sauber" halten kann zum Schutz vor Zahn- und Zahnfleischerkrankungen.

So ganz ohne jeglichen Effekt sind die Inhaltsstoffe in den zahnfleischpflegenden Mundwässern allerdings nicht:
  • Kräuter können die Durchblutung fördern und damit für verbesserte Zufuhr von sauerstoffreichem Blut führen, was die Zellen kräftigt. Das macht das Zahnfleisch etwas widerstandsfähiger gegen bakterielle Schadstoffe.
  • Kräuter und weitere Inhaltsstoffe wie Allantoin oder Vitamin A können beruhigend auf Reizungen wirken..
  • deutlich antimikrobiell (keimtötend), wirkt allein die Kombination mit Zinnfluorid und Aminfluorid.

Wenn nach dem Zähneputzen der Mund mit einem solchen Mundwasser zusätzlich ausgespült wird, ist das sicher kein Nachteil. Zumal, wenn man das Aroma mag und sich daher schon aus diesem Grund der Mundhygiene widmet.

 

 

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Medizinische Mundwässer Diese Mundwässer sind regelrechte Arzneimittel und apothekenpflichtig. Sie enthalten meist "Chlorhexidin", ein Wirkstoff, der Bakterien abtötet. Solche medizinischen Mundwässer sind gedacht für kurzzeitigen Einsatz, z.B.
  • bei einer Parodontitis-Behandlung
  • nach einer Operation zur Unterstützung des Heilungsprozesses
  • bei einem Krankenhausaufenthalt, wenn eine sorgfältige Mundhygiene nicht möglich ist
  • bei Patienten mit körperlichen oder geistigen Handicaps.

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Gibt es Nebenwirkungen?
 
Kariesvorbeugende Wässer:
 
Es ist nicht so, dass um so mehr Fluoride auch um so besser Karies verhüten können - alles braucht die richtige Dosis in der Medizin. Deshalb sind kariesvorbeugende Mundwässer bei ausreichendem anderweitigem Kontakt mit Fluoriden (z.B. durch eingebürstetes Fluorid-Gel oder regelmäßige Nutzung von fluoridiertem Salz) nicht notwendig. Ein Zuviel an Fluoriden, das als gesundheitsschädigend einzustufen wäre, ist allerdings (außer mutwillig) nicht zu erreichen, dennoch sollte man sich an die empfohlene Tagesmenge pro Alter und Mundgesundheitszustand halten. Entsprechende Empfehlung gibt der Zahnarzt.

Zahnfleischpflegende Wässer:
Bei Neigung zu Allergien sollte getestet werden, ob es auf einen der Inhaltsstoffe, z.B. den Kräuter-Essenzen, allergische Reaktionen gibt.
 

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Medizinische Mundwässer:
 

Der Inhaltsstoff Chlorhexidin verfärbt die Zähne (und auch die Zunge) in der Zeit der Anwendung bräunlich - dieser oberflächliche Pigment-Belag kann nach Absetzen des Produktes von einer Prophylaxeassistentin zahnschonend entfernt werden. "Erste optische Hilfe" zwischendurch sind auch Zahnpasten mit einer sog. "abrasiven" Wirkung, d.h. spezielle Inhaltsstoffe "radieren" die festen Beläge vom Zahnschmelz. Während man früher vor häufigem Gebrauch solcher Zahnpasten gewarnt hat, da sie bei allzu intensivem Gebrauch den Schmelz schädigten, gelten die verbesserten Produkte heute als gelegentliche Zusatzmaßnahme als sinnvoll. Ein weiterer Nachteil von Chlorhexidin: Insbesondere nach längerer Anwendung kann das Geschmacksempfinden beeinträchtigt werden. Diese Empfindung legt sich wieder bald nach Beendigung der Therapie und Absetzen des Produktes. Bei allzu langer Anwendung könnte bei empfindlichen Personen durch die Vernichtung einer großen Anzahl an Bakterien auch das Ökosystem im Mund gestört werden.
 
   
Gesundheitsgefahren? Bisher sind, bei bestimmungsgemäßem Gebrauch, keine nennenswerten Schäden an Zähnen oder an der Gesundheit bekannt geworden. Die Stiftung Warentest sieht Mundwässer als eine gute Ergänzung zu einer sorgfältigen Mundhygiene an, betont aber: "Eine professionelle Mundhygiene (in der Zahnarztpraxis) ist absolut zu empfehlen. Das Geld ist sehr gut angelegt."

Kleiner Tipp zum Schluss:
Es muss gar kein "richtiges Mundwasser" sein, wenn es nur um Mundspülung geht: Wer nach dem Zähneputzen die aufgeschäumte Zahnpasta noch ein bis zwei Minuten durch die Zähne zieht und dann nur ausspuckt, nicht nachspült, erreicht einen vergleichbaren Effekt.

 

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